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Ich bin Klassenvorständin einer ersten Klasse an einer Wiener Mittelschule. Unlängst habe ich mit den zwei externen Mediator*innen, die meine Klasse die letzten Monate über begleitet haben, ein Abschlussgespräch geführt. „Noch nie haben wir eine Gruppe gesehen, wo der Unterschied zwischen Anfang und Ende des Miteinanderarbeitens so groß war. Wir sind beeindruckt!“, bekam ich von ihnen zu hören. Ich war mindestens genauso beeindruckt, vor allem bekam ich in diesem Gespräch noch etwas Unglaubliches zu hören. Aber dazu später. Erst: Wie hat alles begonnen?

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Im Moment sind sowohl die Printmedien als auch der ORF voll von kritischen Texten, Interviews und Diskussionen zum Thema „Gewalt in der Schule“. Erst vor zwei Tagen habe ich eine Diskussion dazu mit unserem neuen Bildungsminister verfolgt und mich eigentlich sehr gewundert.  Es war unter anderem die Rede davon, dass wir neue und mehr Mittel der Handhabe brauchen, wie z.B. die Time-out-Klassen. Diese Möglichkeiten und Maßnahmen gibt es doch alle längst. In meinem Heimatort gibt es seit bestimmt schon 10 Jahren Time-out-Klassen, an unserer Schule haben wir Streitschlichter*innen, einen Auszeitraum, Betreuungslehrer*innen, Sozialarbeiter*innen, Teamteaching… Was nicht noch alles!? Nur gehören diese Möglichkeiten genutzt!

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Immer wieder ist in den Schlagzeilen zu lesen, dass die Mehrsprachigkeit von Kindern ein großes Problem für unsere Gesellschaft darstellt. Schüler*innen können schlecht Deutsch und bekommen einen Mittelschulabschluss ohne sinnerfassend lesen zu können, die Kinder von heute sprechen nur mehr “Ausländerdeutsch”, also mit vereinfachten Strukturen und fehlender Grammatik, und manche können sich überhaupt in keiner Sprache adäquat ausdrücken.

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Ich unterrichte an einer Neuen Mittelschule in Wien. Eine Schule, in der Kinder mit den unterschiedlichsten Muttersprachen sitzen. Eine Schule, in der angeblich hauptsächlich unaufmerksame, schwierige und teilweise gewalttätige Kinder sitzen. Eine Schule, in der alle gehört und gesehen werden wollen, und gleichzeitig manche keinen Raum dafür lassen. Dort habe ich vor kurzem eine Unterrichtseinheit komplett auf Gebärdensprache gehalten. Nicht nur habe ich ausschließlich mit Gesten kommuniziert, auch die Kinder gestikulierten und gaben alle ihre Antworten, ohne ein Wort laut auszusprechen. Kinder, die bis vor kurzem nicht mal wussten, dass Gebärdensprache existiert, saßen mit völliger Konzentration und Aufmerksamkeit im Klassenzimmer.

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