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Nervösität, Ungewissheit und Aufregung – die Gefühle vor meinem ersten Tag als Lehrkraft an einer Polytechnischen Schule in Wien. Dort, wo angeblich niemand motiviert ist und die Schüler*innen, die es an keine weiterführende Schule geschafft haben, nur ihr letztes Pflichtschuljahr sinnlos absitzen bevor sie in die Arbeitslosigkeit gleiten. Dort, wo niemand etwas lernen will und es nur von gewalttätigen, verhaltensauffälligen Schüler*innen wimmelt. Dort, wo die Schüler*innen kaum Deutsch sprechen, die Eltern sich nicht für Bildung interessieren und man kaum unterrichten kann.

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An einer Mittelschule, soviel habe ich nach nur einem Jahr unterrichten bereits gelernt, ist die Frage „Was möchtest du später werden?“, immer drängender als in anderen Schultypen. Während sich die gleichaltrigen Kolleg*innen am Gymnasium häufig über ihre Berufswünsche noch wenig Gedanken machen müssen – oft weil ohnehin klar ist, dass sie bis zur Matura in der Schule bleiben werden – stellt sich die Frage für NMS-Schüler*innen danach, wie es weitergehen soll, allerspätestens in der 4. Klasse. Soll man eine weiterführende Schule besuchen? Oder doch lieber eine Lehre absolvieren? Und falls zweiteres: Wie soll man sich bitte für einen der über 200 (!) möglichen Lehrberufe entscheiden?

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Zutaten:

Jugendliche, Kinder und Lehrer*innen, die gerne Theaterspielen, jede Menge Idealismus, starke Nerven, Stifte und Papier, Handys, das geniale Konzept von Maike Plath, einen Raum, Mikros, eine Anlage, einen PC und Geduld.

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Unsere Schulen sind voller Sprachen. Diese Vielfalt ist aber dabei, zu verkümmern. Deshalb sollten neben Deutsch dringend auch Türkisch, BKS und Arabisch gefördert werden.

„Ozean – das ist alles, was hier blau ist.“ Ich deute mit einem Finger auf die Weltkarten neben der Tafel. „Ein sehr großes Meer.“ Am Stundenplan steht Geografie in einer ersten NMS-Klasse in Wien. Gerade hat mich der 11-jährige Adin gefragt was denn nun dieses Ozean sei. Ich muss wieder zurückspulen und bei der Wortschatzarbeit ansetzen – nicht nur für Adin, sondern für die meisten seiner Klassenkolleg*innen. Viele sprechen zuhause eine andere Sprache als Deutsch.

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Ich bin umgezogen. Nun packe ich Kisten aus, schlichte, verstaue, ordne mein Leben neu. Hier die Bücher, dort Büromaterialien, das gehört eigentlich in die Küche. Erschöpft sinke ich aufs Sofa und lasse meinen Blick durch den Raum schweifen. Vor mir steht eine Kiste, ich sehe Stifte, Post-Its, Notizbücher und ein kleines Stück von etwas Blauem, Glänzendem. Ich ziehe daran und halte kurz darauf ein gerahmtes Foto in den Händen. Darauf ein Mädchen, etwa neun Jahre alt, es hält in beiden Händen fest ein buntes Blatt Papier und liest etwas vor. Daneben stehe ich, mit einer Mischung aus Stolz und Rührung in meinem Blick, und halte ihr ein Mikrofon hin. Alle sollen hören können, was sie sagt.

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